VOLKSFESTE IN ALTOFEN (Óbuda)
Die Ungarndeutschen im Budapester 3. Stadtbezirk Altofen/Krottendorf (Óbuda - Békásmegyer 140.000 Einwohner, davon nur noch etwa 2000 "Deutschstämmigen" wovon etwa ein Viertel sind, die sich zu ihrem Ungarndeutschtum bekennen) wollen sich von der Mehrheitsbevölkerung "traditionsgemäß" nicht absondern. Altofen (Óbuda) war bis 1945 von der Multikultur und den zahlreichen Heurigern bekannt, wo in den kleinen Weinlokalen Schrammel-Musik gespielt und lauthals gesungen wurde. Sowohl in Deutsch als auch Ungarisch.
Der Braunhaxler Verein zur Pflege der Deutschen Tradition, zusammen mit der Deutschen Selbstverwaltung Altofen&Krottendorf veranstalten 2-3-mal im Jahr Volksfeste, deren Programme überwiegend von ungarndeutschen Darbietungen geprägt werden, es kommen aber auch die anderen Minderheiten zum Zug: Slovaken, Serben, und Zigeuner.
Es gibt in Altofen/Krottendorf schon in 3 Kindergärten, 2 Grundschulen und im Arpad-Gymnasium ungarndeutsche Nationalitäten - Klassenzüge die zu gleicher Zeit auch eine Kulturgruppe bilden.
Auf sehr hohem Niveau waren die Darbietungen des "Kincső-Ensembles" aus der Medgyessy-Schule und der "Holevász-Tanzgruppe" der Bárczi Grundschule.
Am "Kirschen-Kiritog" (letztes Wochenende von Juni, Peter-Pauls Tag) nehmen in 2 Tagen 10.000 bis 15.000 Gäste teil. Allein im Umzug nach dem Festgottesdienst von der Peter-Pauls Kirche zum Hauptplatz Altofen (natürlich mit Blasmusik) sind etwa 500 Teilnehmer. Viel mehr am "Straßenball" an beiden Abenden.
Am 2. Weihnachtstag (jeweils am 26.12.) kommt dann traditionsgemäß der "Krumpiern-Kiritog" an die Reihe, ein Volksfest der menschlichen "Solidarität" zur Erinnerung an die Donauflut von 1839. Damals hatten sich die Bewohner der niedrig liegenden Pesther Bezirke vom Hochwasser in die Budaer Berge geflüchtet, lebten dort bei den deutschen Bauern/Winzern und haben ständig "Krumpiern" (Grundbirnen= Kartoffel) mit Gänseschmalz gegessen. Die Bratkartoffel ist seitdem frei beim "Krumpiern-Kiritog".
Kommen Sie und probieren Sie selber!
Josef Fehérvári(Fritz)